Fruchttauben-Steckbrief
Zweifarben-Fruchttaube (Ducula bicolor)

Die Art auf einen Blick
Die Zweifarben-Fruchttaube (Ducula bicolor) ist eine große, überwiegend weiß gefärbte Fruchttaube mit schwarzen Handschwingen und einer breiten schwarzen Schwanzendbinde. Sie bewohnt vor allem Küstenwälder, Mangroven und bewaldete Inseln von Südostasien über die Philippinen und Indonesien bis in den Westen Neuguineas. Im Europäischen Fruchttaubenprojekt gilt ihr Bestand derzeit als gesichert.
- Vorkommen
- Von den Andamanen und dem südostasiatischen Festland über die Philippinen und weite Teile des indonesischen Archipels bis zu den Raja-Ampat-Inseln und der Vogelkop-Halbinsel im Westen Neuguineas.
- Größe / Merkmale
- ca. 35–42 cm überwiegend weißes Gefieder; schwarze Handschwingen und eine breite schwarze Schwanzendbinde kein verlässlicher äußerer Geschlechtsdimorphismus
- Status
- Bestand im Projekt gesichert
Beschreibung
Die Zweifarben-Fruchttaube gehört zu den auffälligsten großen Fruchttauben. Kopf, Hals, Unterseite und große Teile des Rückens sind weiß bis cremeweiß; die Handschwingen und die breite Endbinde des Schwanzes sind schwarz. Männchen und Weibchen lassen sich anhand äußerer Merkmale kaum zuverlässig unterscheiden. Die Art ist ein kräftiger Flieger und legt zwischen Schlaf-, Brut- und Nahrungsplätzen teils weite Strecken über offenes Wasser zurück. Als Fruchtfresser trägt sie zur Verbreitung von Samen in Küsten- und Inselwäldern bei. Im Europäischen Fruchttaubenprojekt wird der Bestand derzeit als gesichert geführt.
Steckbrief & Kurzprofil zur Zweifarben-Fruchttaube
| Deutscher Name | Zweifarben-Fruchttaube |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Ducula bicolor |
| Gattung | Ducula |
| Kategorie | Ducula - Große Fruchttauben |
| Vorkommen | Von den Andamanen und dem südostasiatischen Festland über die Philippinen und weite Teile des indonesischen Archipels bis zu den Raja-Ampat-Inseln und der Vogelkop-Halbinsel im Westen Neuguineas. |
| Unterarten | Meist werden zwei Unterarten geführt: D. b. bicolor – die weit verbreitete Nominatform; D. b. melanura – Molukken, Tanimbar- und Kai-Inseln. Die taxonomische Abgrenzung von melanura wird nicht von allen Autoritäten gleich bewertet. |
| Größe / Merkmale | ca. 35–42 cm überwiegend weißes Gefieder; schwarze Handschwingen und eine breite schwarze Schwanzendbinde kein verlässlicher äußerer Geschlechtsdimorphismus |
| Status | Bestand im Projekt gesichert |
Lebensraum und natürliches Vorkommen
Vor allem küstennahe Tieflandwälder, Mangroven, Waldsäume, Plantagen und bewaldete Inseln; häufig in Baumkronen und auf kleineren vorgelagerten Inseln.
Fütterung im Fruchttaubenprojekt
Die Art ernährt sich überwiegend von Früchten und Beeren, darunter Feigen und andere fleischige Baumfrüchte, die häufig im Ganzen aufgenommen werden. In menschlicher Obhut sollte die Ration abwechslungsreich aus geeigneten Früchten und einem auf frugivore Tauben abgestimmten Ergänzungsfutter bestehen. Zusammensetzung, Mineralstoffversorgung und Eisengehalt müssen an Haltungssystem, Gesundheitsstatus und tierärztliche Empfehlungen angepasst werden.
Haltung im Fruchttaubenprojekt
Große, kräftige und flugaktive Art, die eine geräumige, strukturierte Voliere mit langen freien Flugstrecken, stabilen erhöhten Sitzplätzen und Rückzugsmöglichkeiten benötigt. Die Unterbringung muss ganzjährig frostfrei sein; Temperaturführung und Schutzraum sind an Klima, Gruppenzusammensetzung und individuelle Kondition anzupassen. Wegen ihres Sozial- und Flugverhaltens sollten Vergesellschaftung und Besatzdichte besonders sorgfältig beobachtet werden.
Zucht und Nachzucht
Die Art baut meist in erhöhter Lage ein einfaches Plattformnest aus Zweigen. Das Gelege besteht in der Regel aus einem Ei; beide Eltern beteiligen sich an Brut und Jungenaufzucht. Für die Zucht sind ruhige, stabile und gut geschützte Nistplätze sowie ausreichend tragfähiges Nestmaterial erforderlich. Brutdauer und Nestlingszeit können zwischen Haltungen variieren und sollten anhand dokumentierter Projektdaten geführt werden.
Unterarten und Systematik
Meist werden zwei Unterarten geführt: D. b. bicolor – die weit verbreitete Nominatform; D. b. melanura – Molukken, Tanimbar- und Kai-Inseln. Die taxonomische Abgrenzung von melanura wird nicht von allen Autoritäten gleich bewertet.
Besondere Hinweise zur Art
Die Art unternimmt teils weite tägliche Flüge zwischen Inseln und Nahrungsgebieten und kann sich dort in größeren Schwärmen sammeln. Durch das Verschlucken ganzer Früchte und die spätere Ausscheidung der Samen spielt sie eine wichtige Rolle bei der Samenverbreitung in Insel- und Küstenwäldern.
Schutzstatus
| IUCN | Nicht gefährdet |
|---|---|
| CITES | Nicht gelistet |
| EU-Artenschutz | Nicht gelistet |
| Ringgröße | 10,0 mm |
Weiterführende Quellen
Bildnachweise
- Zweifarben-Fruchttaube (© Thomas Breuer)
- Zweifarben-Fruchttauben (© Seth Martens)
