Fruchttauben-Steckbrief

Rotnasen-Grüntaube (Treron calvus)

Rotnasen-Grüntaube tansanischem Ursprungs bei Noël Hendrikx - Rotnasen-Grüntaube (Treron calvus)

Die Art auf einen Blick

Die Rotnasen-Grüntaube (Treron calvus) ist eine kräftige afrikanische Grüntaube mit grünem Körpergefieder, weinroten Schulterpartien und einem hellen Schnabel mit roter Basis. Sie ist in weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara verbreitet. Im Europäischen Fruchttaubenprojekt gehören die erfassten Tiere mindestens vier Unterarten an; bei einem Teil des Bestands ist die genaue Zuordnung noch ungeklärt.

Vorkommen
Afrika südlich der Sahara von Westafrika bis zum Horn von Afrika und südwärts bis Namibia, Botswana, Mosambik und Südafrika; außerdem unter anderem auf Bioko, Príncipe und Sansibar.
Größe / Merkmale
ca. 25–30 cm | grünes bis grünlich-graues Gefieder, weinrote Schulterpartien sowie weißlicher Schnabel mit roter Basis und roter Wachshaut | Geschlechter äußerlich ähnlich, Weibchen meist etwas matter
Status
Mindestens vier Unterarten im Projekt; jeweilige Bestände klein und Unterartenzuordnung teilweise noch ungeklärt

Beschreibung

Die Rotnasen-Grüntaube lebt in einem großen und regional stark gegliederten Verbreitungsgebiet. Kennzeichnend sind die grüne Oberseite, grünlich-graue Unterseiten, weinrote Schulterpartien und der weißliche Schnabel mit roter Basis und deutlich sichtbarer Wachshaut. Männchen und Weibchen ähneln sich äußerlich, Weibchen wirken häufig etwas matter. Die Art tritt an ergiebigen Fruchtbäumen auch in Gruppen auf und bewegt sich beim Fressen geschickt im Geäst. AviList führt 15 Unterarten. Für den Projektbestand ist deshalb eine belastbare Dokumentation von Herkunft, Merkmalen und Paarungen besonders wichtig.

Steckbrief & Kurzprofil zur Rotnasen-Grüntaube

Deutscher NameRotnasen-Grüntaube
Wissenschaftlicher NameTreron calvus
GattungTreron
KategorieTreron - Grüntauben
VorkommenAfrika südlich der Sahara von Westafrika bis zum Horn von Afrika und südwärts bis Namibia, Botswana, Mosambik und Südafrika; außerdem unter anderem auf Bioko, Príncipe und Sansibar.
Unterarten15 anerkannte Unterarten: T. c. nudirostris, T. c. sharpei, T. c. calvus, T. c. poensis, T. c. virescens, T. c. uellensis, T. c. gibberifrons, T. c. brevicera, T. c. wakefieldii, T. c. granti, T. c. salvadorii, T. c. ansorgei, T. c. schalowi, T. c. vylderi und T. c. delalandii.
Größe / Merkmaleca. 25–30 cm | grünes bis grünlich-graues Gefieder, weinrote Schulterpartien sowie weißlicher Schnabel mit roter Basis und roter Wachshaut | Geschlechter äußerlich ähnlich, Weibchen meist etwas matter
StatusMindestens vier Unterarten im Projekt; jeweilige Bestände klein und Unterartenzuordnung teilweise noch ungeklärt

Lebensraum und natürliches Vorkommen

Feuchte und trockene Wälder, offene Waldlandschaften, Baumsavannen, Galeriewälder, Waldränder und baumbestandene Kulturlandschaften mit ausreichendem Angebot an fruchttragenden Bäumen.

Fütterung im Fruchttaubenprojekt

Die Art ernährt sich überwiegend von fleischigen Früchten und Beeren, besonders häufig von Feigen. In menschlicher Obhut sollte eine abwechslungsreiche Auswahl geeigneter Früchte mit einem ausgewogenen Ergänzungsfutter für frugivore Tauben kombiniert werden. Mehrere Futterplätze und die Dokumentation von Futteraufnahme und Körperkondition sind bei den kleinen Unterartbeständen sinnvoll.

Haltung im Fruchttaubenprojekt

Die aktive und kletterfreudige Grüntaube benötigt eine geräumige, dicht strukturierte und ganzjährig frostfreie Voliere mit freien Flugwegen, unterschiedlich starken Sitzästen und geschützten Rückzugsbereichen. Mehrere Futter- und Ausweichplätze helfen, Konkurrenz zu begrenzen. Tiere ungeklärter Unterartenzuordnung dürfen nicht unkontrolliert mit eindeutig bestimmten Linien verpaart werden.

Zucht und Nachzucht

Für die Zucht sollten ruhige, gut gedeckte und tragfähige Nistplätze mit geeignetem Zweigmaterial angeboten werden. Wegen der mindestens vier im Projekt vertretenen Unterarten müssen Herkunft, Unterart, individuelle Kennzeichnung, Paarbildung, Abstammung, Eiablage, Schlupf und Jungtierentwicklung vollständig dokumentiert werden.

Unterarten und Systematik

15 anerkannte Unterarten: T. c. nudirostris, T. c. sharpei, T. c. calvus, T. c. poensis, T. c. virescens, T. c. uellensis, T. c. gibberifrons, T. c. brevicera, T. c. wakefieldii, T. c. granti, T. c. salvadorii, T. c. ansorgei, T. c. schalowi, T. c. vylderi und T. c. delalandii.

Besondere Hinweise zur Art

Die rote Schnabelbasis und Wachshaut sind namensgebend. Die frühere Projektliste mit 17 Unterarten enthielt heute nicht mehr anerkannte oder anders zugeordnete Formen; AviList führt 15 Unterarten.

Schutzstatus

IUCNNicht gefährdet
CITESNicht gelistet
EU-ArtenschutzNicht gelistet
Ringgröße7,5–8,0 mm

Weiterführende Quellen

Bildnachweise

  • Rotnasen-Grüntaube tansanischem Ursprungs bei Noël Hendrikx (© Johannes Pfleiderer)
  • Rotnasen-Grüntaube westafrikanischen Ursprungs im Zoo Pilsen (© Johannes Pfleiderer)
  • Rotnasen-Grüntaube - Unterart delalandii - bei Henk Nabenman (© Johannes Pfleiderer)
Nach oben scrollen