Fruchttauben-Steckbrief

Rotkappen-Fruchttaube (Ptilinopus pulchellus (Temminck, 1835))

Adulte Rotkappen-Fruchttaube mit roter Kopfkappe zwischen dichtem grünem Blattwerk.

Die Art auf einen Blick

Die Rotkappen-Fruchttaube (Ptilinopus pulchellus) ist eine kleine, auffallend farbenprächtige Fruchttaube aus den tropischen Wäldern Neuguineas und der Raja-Ampat-Inseln. Charakteristisch sind die leuchtend rote Kopfkappe, die helle blaugraue Brust und der gelblich-orange Bauch. Die überwiegend baumbewohnende Art ernährt sich hauptsächlich von Früchten und Beeren.

Vorkommen
Neuguinea Raja-Ampat-Inseln: Waigeo, Batanta, Salawati und Misool
Größe / Merkmale
Körperlänge: ca. 18–20 cm Gewicht: ca. 68–76 g Rote bis purpurrote Kopfkappe Helle bis blaugraue Brust Grüne Oberseite und Flügel Purpurfarbenes Brustband Gelblich-orangefarbener Bauch Geschlechter äußerlich nur schwer sicher zu unterscheiden Jungvögel zunächst überwiegend grünlich bis graugrün
Status
Der Bestand der Rotkappen-Fruchttaube im Europäischen Fruchttaubenprojekt gilt derzeit als gesichert. Die Art wird regelmäßig nachgezogen. Ziel des Projektes ist es, einen langfristig stabilen und genetisch möglichst breit aufgestellten europäischen Bestand zu erhalten und die vorhandenen Zuchtlinien durch koordinierten Austausch und dokumentierte Nachzuchten nachhaltig zu sichern.

Beschreibung

Die Rotkappen-Fruchttaube gehört zu den kleineren Vertretern der Gattung Ptilinopus. Erwachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 18–20 cm und ein Gewicht von ungefähr 68–76 g.

Das Gefieder ist ausgesprochen farbenprächtig. Namensgebend ist die kräftig rote bis purpurrote Kopfkappe. Kehle und Wangen sind hell, die Brust ist grau- bis blaugrau gefärbt. Rücken, Flügel und Schwanz zeigen verschiedene Grüntöne. Zwischen Brust und dem gelblich-orangefarbenen Bauch befindet sich ein auffälliges purpur- bis weinrotes Band.

Männchen und Weibchen ähneln sich stark. Bei vollständig ausgefärbten Männchen können die rote Kopfkappe, der helle Kehlbereich sowie purpurne und orangefarbene Gefiederpartien etwas stärker ausgeprägt sein. Eine sichere Geschlechtsbestimmung allein anhand des Gefieders ist jedoch nicht immer möglich; insbesondere bei Jungvögeln bietet eine DNA-Geschlechtsbestimmung größere Sicherheit.

Jungvögel sind zunächst wesentlich unscheinbarer gefärbt. Das Jugendgefieder ist überwiegend grünlich bis graugrün. Die für adulte Vögel typische rote Kopfkappe und die intensiven Brust- und Bauchfarben entwickeln sich erst im Verlauf der Jugendmauser.

Die Art lebt überwiegend in Bäumen und hält sich je nach Nahrungsangebot in unterschiedlichen Vegetationsschichten auf. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten und Beeren, die häufig im Ganzen verschluckt werden. Dadurch trägt die Art in ihrem natürlichen Lebensraum zur Verbreitung von Pflanzensamen bei.

Steckbrief & Kurzprofil zur Rotkappen-Fruchttaube

Deutscher NameRotkappen-Fruchttaube
Wissenschaftlicher NamePtilinopus pulchellus (Temminck, 1835)
GattungPtilinopus
KategoriePtilinopus - Flaumfußtauben
VorkommenNeuguinea
Raja-Ampat-Inseln: Waigeo, Batanta, Salawati und Misool
UnterartenKeine aktuell anerkannten Unterarten; die Art wird nach aktueller IOC-Systematik als monotypisch behandelt.
Historisch wurden Ptilinopus pulchellus pulchellus und Ptilinopus pulchellus decorus unterschieden.
Größe / MerkmaleKörperlänge: ca. 18–20 cm
Gewicht: ca. 68–76 g
Rote bis purpurrote Kopfkappe
Helle bis blaugraue Brust
Grüne Oberseite und Flügel
Purpurfarbenes Brustband
Gelblich-orangefarbener Bauch
Geschlechter äußerlich nur schwer sicher zu unterscheiden
Jungvögel zunächst überwiegend grünlich bis graugrün
StatusDer Bestand der Rotkappen-Fruchttaube im Europäischen Fruchttaubenprojekt gilt derzeit als gesichert. Die Art wird regelmäßig nachgezogen.
Ziel des Projektes ist es, einen langfristig stabilen und genetisch möglichst breit aufgestellten europäischen Bestand zu erhalten und die vorhandenen Zuchtlinien durch koordinierten Austausch und dokumentierte Nachzuchten nachhaltig zu sichern.
HinweisÄltere Systematiken und die bisherige Datenbasis des Europäischen Fruchttaubenprojekts unterscheiden Ptilinopus pulchellus pulchellus und Ptilinopus pulchellus decorus. Die aktuelle IOC World Bird List behandelt Ptilinopus pulchellus dagegen als monotypische Art; decorus wird nicht mehr als gültige Unterart anerkannt. Für diesen Steckbrief wird der aktuellen IOC-Systematik gefolgt. Die historische Unterarteneinteilung bleibt zur Nachvollziehbarkeit dokumentiert.

Lebensraum und natürliches Vorkommen

Die Rotkappen-Fruchttaube bewohnt feuchte tropische Primär- und Sekundärwälder Neuguineas und benachbarter Inseln. Sie kommt sowohl in Tieflandwäldern als auch in bewaldeten höheren Lagen vor und nutzt unterschiedliche Vegetationsschichten vom Unterwuchs bis in den Kronenbereich.

Die Art lebt überwiegend baumbewohnend und wird häufig einzeln oder paarweise beobachtet. Fruchttragende Bäume bilden wichtige Nahrungsplätze.

Fütterung im Fruchttaubenprojekt

Die natürliche Nahrung besteht überwiegend aus Früchten und Beeren verschiedener Bäume, Sträucher, Palmen und Kletterpflanzen. Früchte werden häufig im Ganzen verschluckt.

In menschlicher Obhut sollte ein abwechslungsreiches, auf Fruchttauben abgestimmtes Futter angeboten werden. Bewährt haben sich unter anderem geeignete Obstsorten und saisonale Beeren sowie hochwertiges Spezialfutter für Fruchtfresser.

Aus bisherigen Haltungserfahrungen des Fruchttaubenprojekts werden beispielsweise Apfel, Banane, Birne, Weintrauben sowie Heidel-, Johannis-, Mahonien- und Holunderbeeren angenommen. Fruchtfresserpellets können die Ration ergänzen.

Frisches Futter und Trinkwasser müssen täglich angeboten und Futterreste wegen der schnellen Verderblichkeit von Früchten regelmäßig entfernt werden.

Haltung im Fruchttaubenprojekt

Als tropische Fruchttaube benötigt Ptilinopus pulchellus eine warme, zugluftfreie und geschützte Unterbringung mit ausreichend natürlicher Struktur und mehreren Sitzmöglichkeiten.

Aus den langjährigen Haltungserfahrungen des Fruchttaubenprojekts werden Temperaturen um 18 °C oder darüber empfohlen. Besonders frisch ausgeflogene Jungvögel reagieren empfindlich auf niedrige Temperaturen.

Die Art gilt grundsätzlich als vergleichsweise friedlich und kann unter geeigneten Bedingungen auch in Gemeinschaftsvolieren gehalten werden. Die Verträglichkeit muss jedoch stets individuell beobachtet werden. Insbesondere während der Brutzeit sowie bei der Vergesellschaftung mit anderen Fruchttaubenarten können territoriale oder aggressive Verhaltensweisen auftreten.

Eine dicht bepflanzte und strukturierte Voliere mit Rückzugsmöglichkeiten, verschiedenen Sitzhöhen und geeigneten Nistplätzen kommt dem natürlichen Verhalten der Art entgegen.

Zucht und Nachzucht

Das Nest besteht, wie für viele Fruchttauben typisch, aus einer relativ lockeren Plattform aus Zweigen. Das Gelege besteht normalerweise aus einem einzelnen weißen bis cremefarbenen Ei.

Beide Eltern beteiligen sich an der Aufzucht des Jungvogels. Der Jungvogel wird zunächst mit der für Taubenvögel typischen Kropfmilch versorgt und später zunehmend mit vorverdauter Nahrung gefüttert.

Für Ptilinopus pulchellus werden Brutzeiten von etwa 15–18 Tagen beschrieben. Jungvögel verlassen das Nest bereits nach ungefähr 8–14 Tagen, bleiben danach jedoch weiterhin von den Eltern abhängig und werden von ihnen versorgt.

Jungvögel besitzen zunächst ein überwiegend grünlich-graues Jugendgefieder. Die rote Kopfkappe sowie die kräftigen adulten Farben entwickeln sich erst im weiteren Verlauf der Jugendmauser.

Während Brut und Jungenaufzucht sollten Störungen möglichst vermieden werden. Eine ausreichende Versorgung mit abwechslungsreichem Fruchtfutter und ein warmer, geschützter Bereich sind insbesondere für frisch ausgeflogene Jungtiere wichtig.

Unterarten und Systematik

Keine aktuell anerkannten Unterarten; die Art wird nach aktueller IOC-Systematik als monotypisch behandelt.

Historisch wurden Ptilinopus pulchellus pulchellus und Ptilinopus pulchellus decorus unterschieden.

Besondere Hinweise zur Art

Die Rotkappen-Fruchttaube gehört zu den kleineren Arten der Gattung Ptilinopus.

Männchen und Weibchen sind äußerlich sehr ähnlich; bei Jungvögeln und nicht vollständig ausgefärbten Tieren ist eine sichere Geschlechtsbestimmung anhand des Gefieders kaum möglich.

Die charakteristische rote Kopfkappe und die intensive Färbung von Brust und Bauch entwickeln sich bei Jungvögeln erst während der Jugendmauser.

Trotz ihrer geringen Körpergröße kann die Art vergleichsweise große Früchte im Ganzen verschlucken.

Schutzstatus

IUCNNicht gefährdet
CITESNicht gelistet
EU-ArtenschutzNicht gelistet
Ringgröße5,5 mm

Weiterführende Quellen

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